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Hochzufrieden – auch ohne WM-Medaille

Geschrieben von Haide Klüglein.

Die diesjährigen 14. FINA World Masters Championships (Schwimmen, Springen, Wasserball, Synchronschwimmen und 3 km Freiwasser) vom 3.-17.6.12 im hochsommerlichen Riccione/Italien waren eine ausgesprochene Mammut-Veranstaltung, die den ausrichtenden Italienischen Schwimmverband vor eine Riesenherausforderung stellte. Dennoch wurde dieses Event organisatorisch sehr gut gemeistert. Insgesamt kämpften rund 12.600 Aktive aus 76 Ländern – die meisten wie zu erwarten aus Italien – um die höchsten Titelehren der Masters. Die etwa 9.700 Schwimmer, davon fast 1.000 vom DSV,  hatten ca. 28.000 Meldungen allein für die Wettkämpfe im Becken abgegeben und noch einmal 2.316 für die 3 km Freiwasser. Absoluter Rekord.

Als am 10.6. um 7:30 die ersten Schwimmer die 800 m Freistil angingen, hatten die 1.400 Wasserballer und 270 Springer bereits ihre Weltmeister ermittelt, und die 580 Synchronschwimmer begannen dann am 12.6. mit ihren Wettkämpfen. Im Freibad mit 10 Langbahnen, 6 Kurzbahnen und Sprungbecken und im Hallenbad mit 10 Langbahnen und 6 Kurzbahnen gab es also fast durchgehend ordentliches Gedränge. Wer Glück hatte, fand ein schattiges Plätzchen und wer klug war, hielt sich ohnehin nicht den ganzen Tag auf dem Badgelände auf, zumal der Zutritt zu sämtlichen Becken nur denen möglich war, die an dem betreffenden Tag starteten. Maximal fünf Starts waren jedem Schwimmer auch nur erlaubt. Dazu allerdings noch Staffeln, für die ein ganzer Tag vorgesehen und für 1.454 Mannschaften auch nötig war, und außerdem noch die „Open-Water-Nummer“, für die allein 2.316 Meldungen vorlagen.

Es war also richtig was los bei der bisher größten FINA-Veranstaltung. Und ich mittendrin . . .

Wie in den Jahren zuvor hatte ich mir lediglich zwei Kurzstrecken  (50 m Brust und Rücken)  plus Freiwasser verordnet. Damit habe ich jedes Mal gute Erfahrungen gemacht, sowohl in Bezug auf meine Platzierung als auch auf die jeweils erreichten Zeiten. So kann ich gut ausgeruht an den Start gehen und bin nicht noch schlapp vom letzten Wettkampf nach einer längeren Strecke.

Bei meinem ersten Start über 50 m Brust habe ich mich in meiner Altersklasse 70 mit 33 Konkurrentinnen auseinanderzusetzen. Auch wenn ich vor jedem Start reichlich nervös bin, kann ich mich im „call room“ meistens noch ganz gut konzentrieren, sofern ich das nervige japanische Geschnatter ausblende. Endlich bin ich dran: Lauf 7, Bahn 1. Jetzt muss alles passen – Startsprung, Tauchzug, kraftvoll ziehen und perfekt anschlagen.  0:54,67 (fast 13 Sekunden unter meinem Limit) und Platz 15. Diese Zeit bin ich das letzte Mal vor zwei Jahren geschwommen und somit sehr zufrieden. Ein guter Tag.

Meine zweite Kurzstrecke, die 50 m Rücken, schwimme ich am Samstag gleich früh wieder im Freibad. Zum Glück steht die Sonne noch nicht so hoch und blendet nicht, aber das Thermometer zeigt schon wieder über 30°C. In meiner AK sind wir 30 und haben eine Limitzeit von 1:03,36 zu unterbieten. Mit 0:53,43 werde ich 14. und freue mich auch über dieses Ergebnis.

Jetzt möchte ich nur noch „meine 3 km“ in der Adria ordentlich hinkriegen – das liegt mir am meisten am Herzen, denn bei diesem Wettkampf habe ich erfahrungsgemäß die besten Chancen. Allerdings ist das A und O für mich jedes Mal die Wassertemperatur, weil mich bei kaltem Wasser stets Krämpfe ärgern. Mein Thermometer zeigt bei erster Messung nach Ankunft lausige 18°C, die Mindesttemperatur für Masters bei Freiwasser-Wettkämpfen. Es wird wohlgemerkt OHNE Neo geschwommen, wie übrigens bei allen Meisterschaften! Zwei Tage später habe ich wieder gemessen: 20°C – das lässt doch hoffen . . . Am Wettkampftag waren es schließlich 24°C. Einfach wunderbar für mich.

Für dieses „Unternehmen“ waren so ungewöhnlich viele Meldungen (2.316!) eingegangen, dass man die jungen Schwimmer bereits einen Tag früher als vorgesehen auf die Strecke schickte: 23 Läufe mit jeweils ca. 50 Startern der AK 40 – 25. Am letzten Tag geht es dann um 8:30 Uhr weiter mit Lauf 24 (AK 85 – 70 der Männer) und um 8:50 mit Lauf 25 (AK 80 – 70 der Frauen), also meine „Preislage“. Ordentlich nummeriert, mit Transponder und netter Stoffhaube (!) ausgestattet, geht es auf den 3-km-Dreieckskurs. Es lässt sich bei der angenehmen Wassertemperatur recht gut schwimmen, aber die vielen Boote machen die optimale Anpeilung der Bojen erst ziemlich spät möglich. Die letzte 750 m lange Gerade ist für viele wahrscheinlich das schwierigste Teilstück, weil das Ziel ziemlich unscheinbar markiert und daher aus der Ferne und nur knapp über dem Wasser schwer zu erkennen ist. Für einen kleinen Endspurt reichen  meine Kräfte dann aber dennoch, und ich lande als Zwölfte von 23 gemeldeten AK 70ern im Ziel. Meine Zeit von 0:58:20,5 macht mich richtig glücklich, denn damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Schon deshalb nicht, weil sechs jüngere Konkurrentinnen jetzt neu in meine Altersklasse aufgerückt sind.

Meine Bilanz: Rang 15 – 14 – 12, das finde ich so übel nicht. Hat sich ja doch gelohnt. Schade nur, dass ich unsere Vereinsfarben bei solchen Meisterschaften vor allem in den letzten Jahren meistens allein vertreten muss.

Fazit: Trotz der immensen Teilnehmerzahlen hat es meines Wissens keine größeren Pannen gegeben, und die Rekordstatistik weist 33 neue Weltbestmarken sowie 102 Championships Records aus. Allerdings verzeichnet das Protokoll der Schwimmwettkämpfe die unglaubliche Anzahl von 10.177-mal „NT“ (Überschreitung der Pflichtzeit) und 4.024-mal „DNS“/“ABS“ (nicht am Start). Darüber muss und wird sich die FINA mit Sicherheit Gedanken machen.

Haide Klüglein
13.7.2012

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