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Trotz lausiger Kälte ein deutscher Meistertitel

Geschrieben von Haide Klüglein.

Bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen vom 28.-30.6.2013 auf der Duisburger Regattastrecke waren auch drei Masters des Flensburger SK am Start: Werner Niedermaier (AK 65), Hans-Jürgen Diel (AK 60)und Haide Klüglein (AK 70). Der lange Winter und eine ausgedehnte Schlechtwetterperiode ließen im Hinblick auf die Wassertemperatur wenig Optimismus aufkommen und demzufolge bestimmten mehrfache Temperaturmessungen den Ablauf der gesamten Veranstaltung. Die Startzeiten der meisten Wettkämpfe (25 km, 10 km, 5 km, 2,5 km und 3 x 1,25 km-Staffeln) mussten mehr oder weniger verschoben werden, und einige fielen ganz aus.Insgesamt (über sämtliche Distanzen) kämpften 675 Aktive mit 633 Einzelmeldungen und 62 Staffeln um die Titelehren. Dabei waren auch Schwimmer von 9 ausländischen Vereinen

Am ersten Wettkampftag wurden bei 11°C Luft- und 16,4°C Wassertemperatur zwar die 25 km (!) der Männer bei Regen geschwommen, die 25 km der Frauen allerdings auf 15 km verkürzt. Die 5-km-Strecke für die weibliche Jugend fiel ganz aus, und die weiblichen Masters konnten diese Distanz ohne AK-Wertung nur in der offenen Wertung mitschwimmen. Hier hatten 24 Frauen abgemeldet und 6 aufgegeben. Die 2,5 km der männlichen Jugend und Masters wurden ersatzlos gestrichen. Das betraf auch den ersten FSK-Start, denn Hans-Jürgen Diel hatte für 2,5 und 5 km gemeldet
Am Samstag hatte zwar der Regen aufgehört, aber um 10:00 Uhr betrug die Wassertemperatur nur lausige 17,1 – 17,5°C. Um 11:45 waren es schließlich die geforderten 18°C, sodass um 12:45 der 1. Lauf über 5 km der männlichen Jugend und Masters (m.) gestartet wurde. Björn Hoffmann sollte eigentlich jetzt starten, hatte sich aber abgemeldet. Dafür gingen nun endlich Werner Niedermaier und Hans-Jürgen Diel ins Wasser
Viermal musste der Viereckskurs von 1,25 km umschwommen werden. Bei Werner hat die Kraft (oder Körperwärme?) leider nur für 2 Runden gereicht, und völlig durchgefroren musste er enttäuscht aussteigen. Sehr schade, das ist ihm gewiss noch nie passiert – aber andererseits wohl vernünftig. Hans-Jürgen hat die Strecke recht ordentlich bewältigt, auch wenn er diese 5-km-Distanz bisher noch nicht geschwommen ist. Mit seiner Zeit von 1:48:13,02 belegte er einen guten 4. Platz. Für diesen Wettkampf hatten übrigens 39 Schwimmer abgemeldet oder aufgegeben – das will schon was heißen!
Als Letzte in unserem kleinen FSK-Team ging ich dann um 16:00 Uhr (anstatt 14:30) auf die 2,5-km-Strecke. Am Morgen noch war ich fast sicher, dass diese „Nummer“ auch abgesagt wird mangels der lt. WB vorgeschriebenen 18°C Wassertemperatur für Masters. 26 Schwimmerinnen hatten ohnehin abgemeldet. Nun hieß es für mich aber doch Flagge zeigen und allen Mut zusammennehmen, auch wenn es ein miserables Gefühl ist, als älteste und somit langsamste Schwimmerin auf die Strecke zu gehen.
75 Minuten war mein Zeitlimit – wie für sämtliche (!!) Masters. Die Sonne motivierte mich ein bisschen, und bis 2010 habe ich schließlich die doppelte Distanz geschafft. Also los! Die großen gelben Bojen waren selbst aus der Schwimmerperspektive gut zu erkennen, sodass man sich gut orientieren konnte. Dennoch war ich heilfroh, nach 1:09:56,34 das Ziel deutlich unter meiner Sollzeit erreicht zu haben, und überglücklich nahm ich auf dem Podest meine Goldmedaille in Empfang. Einfach ein herrliches Gefühl!


Haide Klüglein
12.7.2013