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Commerz Real ist überrascht

Geschrieben von Uwe Hansen.

Das Flensburger Tageblatt berichtete am 22. November 2012:

Sucht neuen Betreiber: Das Campusbad ist seit Dienstag verwaist. Foto: Dommasch

Campusbad-Pleite: Vertragspartner gibt sich konstruktiv / Politische Kontrolle gefährdet?

Flensburg. Am Morgen danach meldete sich Commerz Real aus Düsseldorf zum Campusbad-Desaster. "Wir sind natürlich daran interessiert, mit der Stadt Flensburg schnell eine tragfähige Konstruktion für eine konstruktive Lösung zu finden", teilte Unternehmenssprecher Markus Esser mit. "Wir werden uns in diesem Sinne einbringen."

Esser zufolge sei Commerz Real als Minderheitsgesellschafterin der Campusbad-Vermietungsgesellschaft Marbana KG durch die jüngste Entwicklung überrascht worden. "Das ist auch für uns eine neue Situation, die bewertet werden muss. Wir sind aber gesprächsbereit", so Esser.

Wie berichtet hatte die Betreibergesellschaft AquaVital, die das Campusbad von der Marbana gepachtet hat, am Dienstag beim Amtsgericht Bielefeld Insolvenz angemeldet, nachdem die Stadt Flensburg die Stundung weiterer Verbrauchskosten abgelehnt hatte und bereits gestundete Kosten zurückforderte. Esser zufolge ein Schritt, den man in den voran gegangenen Gesprächen mit der Stadt eigentlich hatte vermeiden wollen. Damit meint er den in der letzten Ratsversammlung politisch gescheiterten Verwaltungsvorschlag, der die Übernahme der Marbana durch AquaVital oder die Stadt selbst zum Inhalt hatte. Auf diesem Weg, so Esser, wären 200 000 Euro jährliche Aufwandsvergütung unmittelbar für den Betrieb des Campusbades frei geworden. "Wir waren da eigentlich auf der Zielgeraden." Die in diesem Zusammenhang immer genannte Summe von 300 000 Euro, die Marbana im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsbetrags als Aufwandsentschädigung erhielt, bezeichnete der Unternehmenssprecher als falsch.

Die weiteren Schritte wird der Oberbürgermeister jetzt mit einer sehr schlanken Einsatzgruppe gehen. Die von ihm ins Leben gerufene Lenkungsgruppe - rekrutiert aus leitenden Mitarbeitern der Verwaltung und der Stadtwerke sowie Vertretern der "großen" Ratsfraktionen soll Fabers Verhandlungen begleiten und die Beteiligung der Politik sicher stellen. Das halten besonders jene nicht für sonderlich geglückt, die nicht berücksichtigt worden sind, nämlich Linke, FDP und Akopol. FDP-Fraktionsvorsitzende Meike Bruhns vergleicht Simon Faber mit Frankreichs absolutistischem König Heinrich XIV, aber Fabers Sprecher Teschendorf versichert, man habe sich nichts Böses dabei gedacht. "Der OB ist für die drei Fraktionen ständig ansprechbar." Die Berichterstattung sei gewährleistet - auf direktem Wege und auch über den Hauptausschuss.

Dieses zentrale Lenkungsinstrument der Politik freilich hat zu Gunsten der höheren Beweglichkeit Fabers in den jetzt anlaufenden Gesprächen Kompetenzen abgegeben. Sprich: Faber muss nicht mit jeder Entscheidung durch die Gremien gehen - die Legitimation sollen ihm die politischen Mitglieder der Lenkungsgruppe geben. Die betrifft - das betont Teschendorf - ausdrücklich nur den von der Stadt verwalteten Teil der Verträge. "Sollten Änderungen darin nötig werden, werden die politischen Gremien natürlich beteiligt."

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